Phobien durch Spiele überwinden » Blog

Nach dem gestrigen Artikel, warum uns Videogames immer wieder einen Schauer über den Rücken jagen können, hier nun die weitaus schönere Variante: Computerspiele, die Ängste nehmen und zu Therapiezwecken eingesetzt werden.


Angst vor Spinnen oder engen Wegen? Arachnophobie und Klaustrophobie sorgen bei vielen Menschen für ungeahnte Angstzustände. Laut einer Studie der Universität in Quebec können jedoch Computerspiele diesen Menschen helfen, das Leider oder die Angst zu überwinden. In kontrollierten Einheiten werden die Probanden mit ihren ureigenen Ängsten konfrontiert und müssen sich somit aus einer sicheren Position der Furcht stellen. Die Forscher nutzten Elemente aus dem Spiel ‘Half-Life’, um ihren Versuchspersonen Landschaften zu zeigen, in den es von Spinnengetier nur so wimmelte, wer auf weiten Plätzen oder beengenden Räumen Angst bekam, durfte sich an ‘Unreal’ versuchen. Hier konnte das Team aus Kanada maßgeschneiderte Höhenausflüge simulieren, die in verwinkelten Abschnitten endeten. Natürlich ging es nicht darum, die Qual durch das Herbeiführen zu steigern, sondern stückweise abzubauen. So konnte ein perfektes Mittelmaß zwischen Panik und Unwohlsein herbeigeführt werden. Dies ermöglicht es, die Phobie zu überwinden oder jedenfalls sie besser in den Griff zu kriegen.

Die enormen Fortschritte im Bereich der Spieleindustrie begünstigen diese Therapie nahezu, denn durch immer bessere Grafik und einen steigenden Realitätsfaktor, werden Szenarien für den Spielenden umso intensiver wahrgenommen. Diese neue Form der Behandlung brachte enorme Erfolge, denn im Vergleich zur üblichen Therapie waren die Fortschritte bei den einzelnen Probanden schneller zu realisieren und vor allem viel kostengünstiger. Die Versuchspersonen wurden in zwei Gruppen mit je 13 Teilnehmern aufgeteilt, wobei erstere nur eine angstfreie Kontrollgruppe war. Via Headset mussten die Teilnehmer nun darüber berichten, wie hoch ihr subjektiver Angstpegel in den angespielten Szenarien lag. Besonders ist, dass die Probanden in allen ausgewählten Spielen maximal einen mittleren Angstzustand erreichten, was perfekt zur Desensibilisierung der Phobie geeignet ist. Angetan waren die Kanadier vor allem von Ego-Shootern, hier stand jedoch nicht das Gewaltpotential im Vordergrund, sondern die vielschichtigen Einsatzmöglichkeiten. In Ego-Shootern werden oft furchteinflößende, große Welten präsentiert, die die Möglichkeiten der dritten Dimension gänzlich ausnutzen. Schlecht ist diese Vorgehensweise lediglich, wenn die ureigentliche Angst vom Spiel selbst rührt. (Artikel: Warum uns Spiele das Fürchten lehren.)

Zwar dürfte es schwierig sein, die Hauskasse davon zu überzeugen, dass das Ballern jetzt finanziell subventioniert wird und es Spiele auf Rezept gibt, aber einen Versuch ist es vielleicht wert. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass Tentakel und Drachen zum Phobienrepertoire gezählt werden, sehr gering bleiben wird. Schade eigentlich!

Kommentare:

1 Meinung

  1. Pharma402 12/02/2011 at 04:05 - Reply

    Hello! ggeaaad interesting ggeaaad site!

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